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Die U1/2 der Berthold-Otto-Schule
Impressionen aus dem Alltag einer jahrgangsgemischten
ersten und zweiten Klasse
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die aus einem ersten und zweiten Jahrgang besteht, war
für mich neben der Herausforderung, frisch von
der Uni in die Rolle einer Lehrerin zu schlüpfen,
voller Neuheiten und aufregender Wagnisse. Nicht nur
die Schüler haben gelernt und gelebt, sondern auch
ich habe, ab von der Unterrichtsroutine an den mir bekannten
staatlichen Schulen, eine ganz andere Art des Unterrichtens
an der Berthold-Otto-Schule kennen gelernt. Mit insgesamt
nur zwölf Schülern, davon sieben Erstklässler
(U1) und fünf Zweitklässler (U2), erfuhr ich
eine Welt, die durch gemeinsames Entdecken, Verknüpfungen
finden, Einigen und Verwerfen, Diskutieren sowie das
fächerübergreifende Erleben verschiedener
Themenfelder bereichert wurde.
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| Jede Jahrgangsstufe stellt die verantwortlichen
Lehrer vor eine andere Herausforderung. Das Arbeiten mit
Schülern bringt viele schöne, aber vielleicht
auch nicht so schöne Situationen hervor, die einem
noch lange in Erinnerung bleiben. Ich wage aber zu behaupten,
dass sich amüsante, witzige oder anekdotenhafte Geschehnisse
in den unteren Jahrgängen häufen. |
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Auf Grund
dessen möchte ich Ihnen im Folgenden ein paar Ausschnitte
aus dem besonderen, aber auch alltäglichen Leben
und Lernen der U1/2 der Berthold-Otto-Schule anhand
von Kurzberichten, Schülerbeiträgen und Bildern
näher bringen.
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Als Herr Otto verreiste
Herr B. kommt aus dem Schulhaus und trägt die Gipsbüste
von Berthold Otto auf den Hof. Ebenso strömen einzelne
Schüler des Kurses U1/2 ins Freie und beobachten
erstaunt das Geschehen. Ein Mädchen fragt ergriffen:
„Herr B., wo bringst du den Herrn Otto hin?!“
Leicht aus der Puste gekommen antwortet er: „Die
Büste hat in den Jahren ein bisschen gelitten und
an einigen Stellen sind Teile abgeplatzt. Wir wollen ….“.
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| Betroffene Gesichter
und ein ergriffener Chor von nun mehreren Schülern,
die dazugekommen sind, äußert sich in einem
geballten: „Oooooh, der arme Herr Otto!“
Und ein Junge fügt noch hinzu: „Hoffentlich
geht es ihm bald wieder besser.“ Seine angefangene
Erklärung nun zu Ende führend, berichtet Herr
B. schmunzelnd den Wissensdurstigen von dem Vorhaben,
die Büste in Bronze gießen zu lassen.
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| Dieses beeindruckende und an die Urkräfte
vergangener Tage erinnernde Ereignis des Gießens
dürfen später einige Schüler der U3 bis
M1 in einer Gießerei miterleben. |
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| Rituale und
Allerlei, das sich entwickelt hat
Immer wiederkehrende Arbeitsanweisungen, Beschreibungen
und Handlungen nennt man oft auch Rituale. Nicht nur
der Lehrkraft wird ein ewiges Wiederholen erspart, auch
die Schüler wissen ohne Worte was zu tun ist. Die
Palette der Signale reicht vom Klangstab, der die Arbeitsphasen
ein- und ausläutet; über den Regenstab, der,
wenn er erklingt, für eine leisere Arbeitsatmosphäre
sorgt; bis hin zu ein paar Seifenblasen für jeden
Tisch, wenn an diesem Tag besonders gut gearbeitet wurde.
Anhand eines einfachen Kreiszeichens an der Tafel bilden
die Schüler leise einen Stuhlkreis, bei zwei Kreisen
kommen sie ins Tafelkino (zwei Reihen sitzen versetzt
hintereinander), aber das wohl beliebteste Zeichen in
der Klasse, gleichrangig mit den Seifenblasen, ist das
Leisezeichen, „der Fuchs“: Ohren gespitzt,
Münder zu. Der Fuchs ist ein Handzeichen, das geformt
wird, indem man den Mittel- und Ringfinger zum Daumen
führt und Zeigefinger und kleinen Finger in die
Luft spreizt. Der Fuchs kann so das Maul auf und zu
machen und mit den Ohren zusammen oder separat wackeln.
Probieren Sie es doch einmal selbst aus.
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Konzentration und die Flitzepause
Eine ganze Schulstunde konzentriert durchzuarbeiten fällt
nicht nur den meisten Grundschülern schwer. Doch
gerade bei den Kleinen merkt man wie nötig die Bewegung
und Abwechslung ist. Dies war die Geburtsstunde der „Flitzepause“.
Mit, aber auch ohne die Ansage, wie viele Runden um den
Schulhof gelaufen werden müssen, stürmen die
Bewegungs- und Sauerstoffhungrigen jubelnd aus der Klasse.
Ich bin gespannt wie lange die Freude am Laufen und der
Bewegung noch anhält. |
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| Der
Rap
Der ABC-Rap basiert auf dem jahrgangs-übergreifenden
Deutsch-Lehrwerk „Konfetti“. Mit diesem
Werk erarbeiten sich die Erstklässler selbständig
die Druckbuchstaben und die Zweitklässler die Schreibschrift.
Für die Druckbuchstaben gibt es eine Buchstaben-Bilder-Tabelle,
anhand derer die Schüler vom ersten Schultag an
mit allen Buchstaben des Alphabets schreiben können.
Der Rap ist eben für diese Buchstaben-Bilder-Kombination
entwickelt worden. Hier ein kleiner Auszug:
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J wie Jacke, H wie Hut,
B wie Baum – das geht echt gut,
G wie Gabel, F wie Feder,
R wie Radio, das weiß jeder,
S wie Sonne – ich hab´s raus
D wie Dose, M wie Maus. ... |
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Um den Schlachtensee
Jedes Jahr im Herbst findet an der Berthold-Otto-Schule
die traditionelle Schulwanderung um den Schlachtensee
statt. Ein Brauch, bei dem nicht nur klasseninterne Kontakt
gepflegt werden, sondern auch ein klassenübergreifendes
Gemeinschaftsgefühl geweckt wird. Zwei Erstklässler
haben hierzu ihre Eindrücke festgehalten. |
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